Detailanalyse: Seiko SRQ049, auch bekannt als „Der umgekehrte Panda“
Im Jahr 1969 lieferten sich drei große Uhrenhersteller ein enges Rennen darum, wer den ersten automatischen Chronographen herstellen konnte.
In der Schweiz arbeiten die Zenith-Mitarbeiter bis spät in die Nacht an ihrer El Primero. Sie haben etwas Interessantes geschaffen, doch es handelt sich vorerst nur um ein Testmodell, das im Regal steht, während alle abwarten. Gleichzeitig präsentiert das Chronomatic-Team (ein Konsortium aus Heuer, Breitling, Hamilton-Buren und Dubois Dépraz) seine Uhr einem begeisterten Publikum. Doch es ist lediglich ein zusammengesetztes Modell, das nicht ganz den Erwartungen der Kunden entspricht.
Das Seiko-Uhrwerk 6139 war anders. Bereits im März 1969 wurde es in Fabriken gefertigt. Seine Konstruktion umfasste sowohl ein Säulenrad als auch eine vertikale Kupplung in einem einzigen System. Dadurch konnten japanische Kunden ab Mai 1969 ein solches Uhrwerk erwerben, wodurch Seiko als erster Hersteller automatische Chronographen an Privatkunden verkaufte.

Quelle: Mint
Jahrzehntelang blieb Seikos bahnbrechende Leistung weitgehend unbekannt, während Schweizer Marken den Großteil der Anerkennung für die Entwicklung automatischer Chronographen einheimsten. Doch mit jüngsten Modellen wie der SRQ049 „Reverse Panda“ stellt Seiko endlich sein uhrmacherisches Können unter Beweis. Diese vom Retro-Stil inspirierte Uhr ist eine Hommage an die wegweisenden 6139-Chronographen, mit denen alles begann.
Werfen wir einen genaueren Blick auf diese limitierte Edition, die Seikos Chronographen-Meisterschaft unterstreicht.
SRQ049 Design

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Wir wollten eigentlich einen Witz darüber machen, dass die 70er Jahre anrufen und das Design der SRQ049 zurückfordern, haben uns aber dagegen entschieden, da diese Neuinterpretation tatsächlich bewusst so gestaltet wurde, dass sie an die 70er Jahre erinnert. Seiko hat sich stark an den frühen Speedtimer-Chronographen orientiert, aber alles modernisiert und so eine wunderschöne, retro-moderne Uhr geschaffen.
Das Gehäuse hat nach wie vor den zeitgenössischen 42 mm Durchmesser, wurde aber so umgeformt, dass es etwas kleiner wirkt und besser am Handgelenk sitzt. Seine helmartige Form erinnert an Vintage-Modelle, jedoch mit fließenderen Linien und einer präziseren Verarbeitung. Auch die Drücker wurden verkleinert, sodass sie weniger hervorstehen und die elegante Optik unterstreichen.
Auch die Kombination der Oberflächen fällt sofort ins Auge. Seiko hat hier ganze Arbeit geleistet. Das Gehäuse besticht durch eine saubere, gebürstete Textur und glänzend polierte Kanten, die das Licht perfekt einfangen. Und im Gegensatz zu den meisten modernen Chronographen, die das Uhrwerk durch einen Sichtboden präsentieren, setzt die SRQ049 auf den klassischen Stil mit einem massiven Stahlboden – fast wie bei einer Taucheruhr.
Das umgekehrte Panda-Zifferblatt

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Das Zifferblatt der SRQ049, das ihr den Spitznamen „Reverse Panda“ eingebracht hat, besticht durch einen dunklen Hintergrund (fast schwarz mit einem Hauch Graublau) und weiße Hilfszifferblätter – wie die Augen eines Pandas, nur mit umgekehrten Farben. Ein klassischer Stil, der bei Sammlern sehr beliebt ist und hier besonders gut zur Geltung kommt: klar, sportlich und gut ablesbar.
Anstelle des üblichen Bi-Compax-Layouts älterer Seiko-Modelle verfügt die SRQ049 über je ein Hilfszifferblatt für Sekunden, Minuten und Stunden. Zusätzlich gibt es ein Datumsfenster bei 4:30 Uhr. Zeiger und Indizes sind mit LumiBrite beschichtet und somit auch bei Dunkelheit gut ablesbar. Ein weiteres praktisches Detail: Die orangefarbenen Spitzen der Chronographenzeiger sorgen für optimale Sichtbarkeit beim Messen von Zeit.
Am Rand des Zifferblatts befindet sich eine integrierte Tachymeterskala zur Geschwindigkeitsmessung – ideal für Formel-1-Fans. Oder Polizisten.
Die Bewegung im Inneren

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Man kann nicht über einen Chronographen sprechen, ohne zu erwähnen, was ihn antreibt, und beim SRQ049 ist es das Kaliber 8R48, ein vollständig im eigenen Haus entwickeltes Automatikwerk, das als eines der besten automatischen Chronographenwerke auf dem Markt gilt.
Was macht sie so besonders? Der wichtigste Grund ist das Säulenrad und die vertikale Kupplung – zwei Merkmale, die die Chronographenfunktion sanfter und präziser machen. Das bedeutet: Beim Drücken des Startknopfes ruckelt oder springt der Sekundenzeiger nicht. Er gleitet sanft in die Bewegung. So etwas findet man normalerweise nur bei deutlich teureren Uhren.
Das Uhrwerk schlägt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, was die Ganggenauigkeit erhöht, und verfügt über eine Gangreserve von 45 Stunden. Seiko verwendet zudem für einige der kleinsten Bauteile im Inneren die Technologie der Mikroelektromechanischen Systeme (MEMS), die auch in Smartphones und medizinischen Geräten zum Einsatz kommt. Dadurch sind die Bauteile leichter, robuster und verschleißfester.
Armband und Bonus-Armband

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Seiko hat die SRQ049 mit einem mehrgliedrigen Edelstahlarmband ausgestattet, das der ohnehin schon nostalgischen Uhr einen zusätzlichen Retro-Touch verleiht. Jedes Glied lässt sich sanft bewegen, sodass sich das Armband angenehm um das Handgelenk schmiegt, ohne steif oder klobig zu wirken. Wie das Gehäuse verfügt auch das Armband über eine extrem harte Beschichtung, die es vor Kratzern im Alltag schützt.
Da es sich um eine limitierte Edition handelt, bietet Seiko zusätzlich ein schwarzes Lederarmband mit eigener Faltschließe an. So lässt sich die Uhr lässiger stylen oder ihr Look ganz einfach verändern – ohne zusätzliches Werkzeug.
Kann man einen umgekehrten Panda modifizieren?
Was die SRQ049 aber wirklich auszeichnet, ist ihre Exklusivität. Weltweit wurden nur 1.000 Stück gefertigt, und sie feiert 100 Jahre Seiko-Geschichte seit dem ersten Auftreten des Namens im Jahr 1924.
Mit rund 2.900 Euro ist sie nicht gerade billig, und falls das etwas außerhalb Ihres Budgets liegt, können Sie sich trotzdem eine Reverse Panda zulegen, indem Sie sie zu Hause mit Seiko-Mods selbst bauen.

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Beginnen Sie mit dem Seiko VK63 Mecaquartz-Uhrwerk für die 3-6-9-Anordnung, den zentralen Chronographensekundenzeiger und das Datumsfenster bei 4:30 Uhr. Es zeichnet sich durch einen angenehmen Schnappmechanismus und zuverlässige Zeitmessung aus und ist daher bei Moddern, die echte Chronographenfunktionen ohne die klobige Bauweise wünschen, sehr beliebt.
Kombinieren Sie es mit unserem Reverse Panda Zifferblatt , das speziell für VK-Uhren entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch eine mattschwarze Basis, vertiefte silberne Hilfszifferblätter und applizierte Indizes aus und verleiht der Uhr den Look eines klassischen Rennchronographen. Es ist sowohl mit als auch ohne Datumsanzeige erhältlich und bietet Ihnen so mehr Kontrolle über das Erscheinungsbild Ihrer Uhr.
Für das Gehäuse empfehlen wir das NMK955 VK Chronographengehäuse . Es hat ein modernes Format von 39 mm Durchmesser und ist mit 12,5 mm (inkl. Glas) besonders flach. Dank der Wasserdichtigkeit bis 10 ATM (bei korrekter Montage) müssen Sie sich keine Sorgen um versehentliches Eindringen von Wasser machen. Im Lieferumfang enthalten sind bereits ein klares, entspiegeltes Glas, eine verschraubte Krone und eine integrierte Lünette für ein harmonisches Gesamtbild. Sie können außerdem wählen, ob Sie den Minutenring mit den üblichen Markierungen oder in einer schlichten, minimalistischen Ausführung wünschen.

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Bei den Zeigern haben Sie die Wahl zwischen einem Daytona- oder einem Baton-Zeiger – entscheiden Sie sich für den, der Ihnen am besten gefällt!
Am Ende besitzen Sie einen fantastisch aussehenden Chronographen, der den Geldbeutel schont und umso wirkungsvoller ist, da er von Ihnen selbst handgefertigt wurde.
Einpacken
Die Seiko SRQ049 „Reverse Panda“ ist eine großartige Uhr, die Seikos bedeutende Rolle in der Chronographengeschichte unterstreicht. Da jedoch nur 1.000 Stück gefertigt wurden, ist sie für die meisten Menschen unerreichbar. Die gute Nachricht: Sie können diesen coolen Look trotzdem ganz einfach selbst kreieren.
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