Anfängerfehler, die Seiko-Mods ruinieren (und wie man sie vermeidet)
Fast jeder Seiko-Modder hat eine schmerzhafte Geschichte von seinem ersten Projekt. Das gehört einfach zu diesem Hobby dazu, oder? Bei so vielen Teilen, die selbst bei nur einem Projekt verarbeitet werden müssen, kann so viel schiefgehen, selbst wenn man sich penibel an eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hält. Fehler können frustrierend, teuer und manchmal sogar irreparabel sein, aber sie gehören nun mal zum Lernprozess. Die gute Nachricht ist: Die meisten Fehler lassen sich vermeiden, sobald man weiß, worauf man achten muss.
Hier sind die häufigsten Anfängerfehler, die Seiko-Mods ruinieren, und wie Sie sicherstellen können, dass Ihre Mods nicht auch ruiniert werden.
Das Reinigen überspringen

Quelle: Esslinger
Nichts ruiniert eine sorgfältig gefertigte Uhr schneller als Staub unter dem Glas. Während der Arbeit mag alles sauber aussehen, doch sobald die Uhr versiegelt und im Freien getragen wird, fällt selbst das kleinste Staubkorn sofort ins Auge. Staub gelangt meist deshalb hinein, weil der Arbeitsbereich nicht gründlich gereinigt oder die Teile zu schnell angefasst wurden. Ist der Staub erst einmal eingeschlossen, bedeutet die Entfernung, die Uhr erneut zu öffnen und dabei noch mehr Schmutz zu riskieren. Sie werden es trotzdem tun, denn die Sorge um den Schmutz ist garantiert größer als die Mühe, die Uhr erneut zu öffnen.
Die Lösung ist zwar unspektakulär, aber effektiv: Reinigen Sie den Arbeitsbereich vor Beginn der Arbeiten. Blasen Sie Zifferblatt und Zeiger vor der Montage mit einem Blasebalg ab und wischen Sie das Glas mit einem Mikrofasertuch ab. Überprüfen Sie es anschließend unter hellem Licht. Hartnäckige Partikel lassen sich mit Rodico entfernen. Ein paar Minuten mehr Aufwand ersparen Ihnen später viel Ärger.
Keine Verwendung eines Uhrwerkhalters

Der Versuch, Teile einzubauen, während man das Uhrwerk in der Hand hält, ist riskant. Uhrwerke sind kleine, empfindliche Maschinen und nicht dafür ausgelegt, unter Druck auf den Fingern balanciert zu werden. Sie benötigen eine Uhrwerkhalterung, selbst eine günstige reicht aus, da der Einbau der Zeiger sonst nahezu unmöglich ist.
Ein Uhrwerkhalter ist zwar kein aufregendes Werkzeug, verhindert aber verbogene Zeiger, beschädigte Ritzel und herunterfallende Komponenten.
In den Händen

Bei der manuellen Montage beschädigen viele Anfänger ihre Bewegungsabläufe. Man setzt im Grunde ein filigranes Metallteil in eine filigrane Maschine ein, und da die Teile so klein sind, braucht man neben einer ruhigen Hand auch viel Geduld und etwas Glück.
Zu starker Druck kann die Zeiger verbiegen oder die darunterliegenden Stifte beschädigen, während falsch ausgerichtete Zeiger aneinander reiben und die Bewegung vollständig blockieren können. Jeder Zeiger muss vor dem Andrücken sorgfältig zentriert werden. Dies sollte vorsichtig und kontrolliert mit geeigneten Einstellwerkzeugen erfolgen, die nur auf die Mitte des Zeigers drücken. Nach der Montage aller Zeiger drehen Sie das Uhrwerk vollständig und prüfen Sie den Kontakt in jeder Position.
Wenn sich etwas falsch anfühlt, hör auf. Es zu erzwingen, verschlimmert die Situation fast immer.
Kapitelring-Ausrichtung

Ein falsch ausgerichteter Kapitelring fällt sofort auf, und selbst Laien bemerken, wenn etwas nicht stimmt. Mit einem neutralen Zifferblatt lässt sich das Ganze umgehen, doch wenn die Uhr markierte Kapitelringe vorsieht, stellt die Montage eine zusätzliche Herausforderung dar, da sie höchste Präzision erfordert. Schon geringfügige Abweichungen können zu Fehlausrichtungen führen, die je nach Perfektionismus entweder ein kleiner Makel oder ein schwerwiegender Konstruktionsfehler sein können.
Unterschiedliche Zifferblätter/Lünetten weisen leicht unterschiedliche Markierungspositionen auf. Daher kann die Ausrichtung mit einem Kapitelring, der bei einem Modell funktioniert hat, bei einem anderen Modell fehlschlagen. Aus diesem Grund ist eine Probemontage wichtig. Bevor Sie etwas endgültig befestigen, überprüfen Sie die Ausrichtung bei 12, 3, 6 und 9 Uhr und kontrollieren Sie anschließend alles erneut.
Der Kapitelring muss zudem plan aufliegen, da bereits eine geringe Neigung unschöne Schatten und Spiegelungen erzeugen kann. Sich hier zusätzliche Zeit zu nehmen, unterscheidet ein sauberes Ergebnis von einem, das überhastet wirkt.
Unsachgemäße Dichtungsmontage

Dichtungen mögen unbedeutend erscheinen, sind aber für die Funktion Ihrer Uhr unerlässlich. Die Dichtung zwischen Glas und Gehäuseboden gewährleistet die Wasserdichtigkeit, und die Lünettendichtung sorgt für eine reibungslose Bedienung der Lünette. Sie bestehen entweder aus Gummi oder Kunststoff und können aufgrund ihrer Beschaffenheit (da sie zwischen zwei Metallteilen eingeklemmt sind) leicht beschädigt werden, ohne dass Sie es bemerken.
Mit den nötigen Vorsichtsmaßnahmen sollte alles problemlos funktionieren. Drücken Sie beim Einsetzen des Glases zunächst nur leicht, drehen Sie die Uhr und drücken Sie dann erneut. Sobald Sie sicher sind, dass alles waagerecht sitzt, können Sie das Glas endgültig eindrücken. Achten Sie bei der Lünettendichtung darauf, dass diese gefettet und vollständig in die innere Nut der Lünette eingesetzt ist. Sie wirkt etwas größer als der Lünettendurchmesser, aber solange sie korrekt sitzt, können Sie die Lünette montieren. Für die Gehäusebodendichtung sind keine besonderen Techniken erforderlich – einfach fetten, in die Dichtungsnut einsetzen und den Gehäuseboden langsam schließen. Achten Sie dabei darauf, dass die Dichtung nicht im Gewinde hängen bleibt.
Stiel falsch abgeschnitten

Probleme mit der Kronenlänge zeigen sich oft erst, nachdem die Uhr scheinbar fertiggestellt ist. Eine zu kurze Krone beeinträchtigt die Funktion des Uhrwerks, während eine zu kurze Krone dazu führt, dass die Krone nicht richtig sitzt und gleichzeitig zu viel Druck auf das Uhrwerk ausgeübt wird. Ein beschädigtes Kronengewinde kann sowohl die Krone als auch das Gehäuserohr zerstören.
Messen Sie die Krone immer mit dem Uhrwerk im Gehäuse, führen Sie vor dem Kürzen eine Passprobe durch und schneiden Sie immer nur sehr wenig ab. Wenn Sie mit diesem Schritt nicht sehr geübt sind, benötigen Sie möglicherweise mehrere Versuche, um die optimale Kronenlänge zu erreichen. Verwenden Sie einen geeigneten Kronenschneider für einen sauberen Schnitt und feilen Sie das Ende gegebenenfalls nach. Die Krone sollte sich beim Einschrauben leicht von Hand aufschrauben lassen.
Schlussbetrachtung
Die meisten misslungenen Seiko-Mods sind nicht auf mangelndes Können zurückzuführen. Sie entstehen durch Eile, das Überspringen von Arbeitsschritten oder den Versuch, an den falschen Stellen zu sparen. Jeder hier aufgeführte Fehler hat mindestens einen Umbau ruiniert. Anstatt aus eigenen Fehlern zu lernen, können Sie aus den Fehlern anderer oder aus dieser Anleitung lernen und so Fehler bei Ihren ersten Umbauten minimieren!
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Viel Spaß beim Modding!
